• Hi friends from all over the universe!

Veröffentlichte Kontaktdaten – Warum eigentlich?

Freifunk ist und bleibt frei. Aber auch bei so viel Freiheit gibt es ein paar Regeln. Wir in Hennef haben uns dazu entschieden – wie viele andere Freifunk Communities – nach dem sog. “Pico Peering Agreement” (PPA) zu arbeiten.

In dieser Sammlung von Regeln, die wir uns selber gegeben haben, findet sich unter 2.2 ein ganz wichtiger Punkt. Nämlich, dass wir offen kommunizieren und nichts hinter verschlossenen Türen stattfindet.

Die Community in Hennef besteht aber nicht nur aus den stark Aktiven, die die Technik auch im Hintergrund am laufen halten, sondern auch aus allen, die einen Freifunk-Knoten aufgestellt haben. Denn nur wir alle zusammen ergeben ein selbstverwaltetes Netzwerk. Du bist also auch ein Teil unserer Community!

Und wie oben beschrieben, möchten wir uns an das PPA halten. Das gilt für jeden Teil unserer Community. Also auch für dich als Teil der Gemeinschaft.

Zur oben genannten offenen Kommunikation gehört natürlich, dass man irgendwie erreichbar ist. Das mindeste dafür ist eine E-Mail-Adresse. Diese könnt ihr beim Einrichten eines Knotens eingeben. Und das solltet ihr auch. Die Adresse ist dann auf der Statusseite des Knotens einsehbar. Natürlich müsst ihr dort keine Adresse angeben, die ihr für etwas anderes benutzt. Ihr könnt auch extra eine dafür anlegen (z.B. bei outlook.com, google oder gmx). Leitet die Adresse dann aber unbedingt auf eine Adresse um, die ihr auch regelmäßig abruft. Sonst bringt das natürlich nichts.

Statusseite Gluon Freifunk Hennef

Neue Statusseite

Und für was brauchen wir eure Adresse? Der Sinn dahinter ist, dass euch alle erreichen können, die mit euch freifunkerisch zusammenarbeiten möchten. Das kann und soll nicht immer alles zentral über “die Community” laufen, sondern gemeinschaftlich unter den Freifunkerinnen und Freifunkern passieren.

Als kleines Bsp.: Max Irgendwer hat einen Knoten aufgestellt. Erika Muster hat den Knoten auf der Karte entdeckt und möchte mit Max eine Verbindung aufbauen und gemeinsam das Netz vergrößern. Allerdings ist sie sich nicht sicher wo sie klingeln soll. Deshalb nutzt sie die Statusseite seines Knotens und schreibt ihm über die dort angegebene E-Mail-Adresse eine Nachricht. Kurz darauf meldet sich Max. Er stellt seinen Knoten an ein anderes Fenster, so dass er eine Verbindung zu dem von Erika aufbaut. Ergebnis: Beide haben so das Netz ganz nachbarschaftlich vergrößert und möchten gemeinsam noch mehr Nachbarn zum Mitmachen überzeugen. Und noch was: Obwohl sie seit Jahren Haus an Haus wohnen, haben sie noch nie miteinander gesprochen. Jetzt haben sie sich schon öfter mal zum Kaffee getroffen und Erika passt hin und wieder auf “Mucki”, die Katze von Max auf.

Mucki freut sich auch über Freifunk Hennef

Mucki freut sich auch über Freifunk Hennef

Klingt abwegig? Nö. Schon so vorgekommen.

Wenn ihr also freifunkt, dann seit ihr auch ein Teil der Community und solltet euch an die (ganz wenigen) Regeln halten. Vielleicht lernt ihr ja schon bald ein paar nette Leute kennen.


(The “Cats Cat Animals” Image is licensed with the Public Domain License CC0. Image by YvonneH (http://free-stock.photo/images/cats-cat-animals-8937.html))

Neue Firmware online

Habt ihr schon bemerkt, dass eure Nodes eine neue Firmware erhalten haben?

Was das mit Open-Source und dem Valentinstag zu tun hat erfahrt ihr hier!


Hier die Neuigkeiten:
– Neue Statusseite im Browser unter 10.186.0.1 oder über die IPv6‬ in der Map (geht nur im Freifunk-Netz). Neben den technischen Daten und der live Statistik werden jetzt auch die Kontaktdaten angezeigt
– Es werden neue Geräte unterstützt
– Im config-mode könnt ihr jetzt die Sendeleistung einstellen und das Meshing ein- oder ausschalten
– Die Nodes bauen ab jetzt nur einen VPN-Tunnel zum Freifunk‬ Rheinland e.V. auf

Statusseite Gluon Freifunk Hennef

Neue Statusseite


Aber woher kommt eigentlich die Firmware, die wir, aber auch viele andere Freifunk Communties nutzen?

Sowohl die Firmware als auch die komplette andere Software, welche wir zum Betrieb unseres Netzes benötigen ist Open-Source-Software. Und das ist nicht nur die Firmware der Nodes sondern z.B. auch die Karte oder auch Software zum Betrieb unserer Server, die das Netz aufrecht erhalten. Diese Software wird gemeinschaftlich entwickelt. Jede/r ist eingeladen mitzumachen. Auch bei unserer Firmware. Der Quellcode steht auf GitHub zur Verfügung und wenn ihr möchtet, macht ihr mit uns Freifunk noch besser.

Die Firmware auf unseren Nodes ist übrigens ursprünglich von der Freifunk Community Lübeck entwickelt wurde und sich dann – in entsprechend angepasster Form – in einem Großteil der Freifunk Communities verbreitet hat. Vielen Dank daher von uns an die Initiatoren.


Heute ist übrigens nicht nur Valentinstag, sondern auch der “I love Free Software Day 2016”

Quelle: fsfe.org

14 Ortschaften verfreifunkt, 108 fehlen noch

Auch in diesem Jahr möchten wir dafür sorgen, dass Freifunk weiter verbreitet wird. In vielen Ortschaften sind wir schon vertreten. Da Hennef allerdings die “Stadt der hundert Dörfer” ist, haben wir auch noch einiges zu tun. Aber es fehlen ja nur noch 108 😉

Mit eurer Hilfe können wir das schaffen! Wenn Ihr tatkräftig mitmacht, dann können wir in einem Jahr vielleicht schon berichten, dass in jedem Ortsteil ein Freifunk-Knoten  aufgestellt ist.

Mitmachen und Router aufstellen ist ganz einfach. Schaut mal hier nach…

Das nächste Treffen kündigen wir demnächst hier, auf Facebook und Twitter an.

Wir freuen uns auf euch als neue Community-Mitglieder.

Freifunk Hennef Map

Auch kleine Ortsteile sind schon verfreifunkt!

 

Rechtliche Einschätzung

Auch wenn standardmäßig auf unserer Erklärseite verlinkt, möchten wir an dieser Stelle noch mal auf die sog. Störerhaftung und den begründetet vorsichtigen Umgang mit freiem WLAN eingehen.


Zuerst aber das Wichtigste:

Habt ihr Störerhaftung durch euren Freifunk-Knoten?

“Nein, mit einem Freifunkrouter können Sie nicht aufgrund von Störerhaftung in Anspruch genommen werden.”


Aber warum nicht? Das hat für die Kanzlei Feuerhake aus Göttingen ausgearbeitet.

 

Kanzlei Feuerhake

 

Hier eine kurze Zusammenfassung. Schaut euch gerne den ganzen Beitrag direkt auf der Seite der Kanzlei an.

Die Haftung scheidet aufgrund technischer und rechtlicher Erwägungen aus:

 

Technisch ist der einzelne Freifunkrouter im Netzwerk nicht identifizierbar. Die einzelnen Freifunkrouter werden mit Gateways verbunden, die den gesamten Traffic über den Server des Fördervereins Freie Netzwerke oder ausländische Server lenken. Der Förderverein in Berlin kann die IP-Adressen nicht zuordnen und speichert diese auch nicht, denn in Deutschland gibt es keine Vorratsdatenspeicherung. Die bisherigen Regelungen zur Vorratsdatenspeicherung waren verfassungswidrig, vgl. BVerfGE zur Vorratsdatenspeicherung.

 

Das trifft auch auf uns zu. Wir leiten unseren Traffic jedoch über die Server des Freifunk Rheinland e.V. Dieser ist bei der BNetzA sogar als Provider gelistet.

Rechtlich ist eine Störerhaftung ebenso aus zwei Gründen nicht gegeben:

 

-Bei konsequenter Anwendung der Entscheidung des BGHs I ZR 169/12 haftet der Anschlußinhaber nicht (…).

 

Diese BGH-Entscheidung bedeutet, dass der Inhaber eines Freifunkrouters im Falle einer – sehr theoretischen, da technisch ausgeschlossenen – Inanspruchnahme als Störer im Rahmen einer Abmahnung darlegen müsste, dass andere Nutzer online waren. Bei entsprechenden Vortrag, dass es sich um einen Freifunkrouter handelt, müsste der Freifunker seiner Darlegungslast genügt haben und aus der Haftung befreit werden.

 

-Das zweite rechtliche Argument gegen eine Störerhaftung ist das Providerprivileg. Der Betreiber eines Freifunkrouters hat das Providerprivileg nach § 8 TMG, das ihn von der Haftung befreit. So entschied zum Beispiel das Amtsgericht Hamburg (25b C 431/13) und das Amtsgericht Charlottenburg 217 C 121/14 zu Gunsten eines Freifunkserverbetreibers, dass von diesem keine unzumutbaren Maßnahmen verlangt werden dürfen.

 

Für den einzelnen Freifunkrouterbetreiber sind allerdings Abmahnungen faktisch ausgeschlossen, da der einzelne Freifunkrouter technisch nicht identifizierbar ist (s.o.). Für den einzelnen Freifunker ist diese Frage sehr theoretischer Natur.

 

Wie oben schon erwähnt, routen wir unseren Traffic über die Server des Freifunk Rheinland e.V. Fragt man – mit dem Freifunk-Netz verbunden – seine eigene öffentliche IP ab, so wird diese nicht die eines Anschlusses in der Nähe sein, sondern eine IP des Freifunk Rheinland e.V.

IP-Test Freifunk Hennef

Wie im Bild zu sehen, ist der ISP (Internet Service Provider) der FFRL. Die ermittelte IP steht damit ein keiner Verbindung zum eigenen Anschluss. Der FFRL speichert keinerlei Nutzerdaten. Das würde zum einen unserer Idee von Freifunk widersprechen, zum Anderen würde dieser Aufwand für einen gemeinnützigen Verein weder finanziell noch personell gestemmt werden können.

Abschließend ein kleiner Ausschnitt aus dem TMG.

§8 I TMG

“Diensteanbieter sind für fremde Informationen, die sie in einem Kommunikationsnetz übermitteln oder zu denen sie den Zugang zur Nutzung vermitteln, nicht verantwortlich, sofern sie

-die Übermittlung nicht veranlasst,

-den Adressaten der übermittelten Informationen nicht ausgewählt und

-die übermittelten Informationen nicht ausgewählt oder verändert haben.”

 

Vielen Dank an die Kanzlei Feuerhake für die Ausarbeitung.

Quelle: Kanzlei Feuerhake, Göttingen | http://www.anwaltskanzlei-feuerhake.de/

 

 

Wir kleben euch eine…

…kleine Information vor die Nase.

Haltet in Hennef die Augen offen. Wir haben angefangen überall da, wo Freifunk schon verfügbar ist, unsere Aufkleber (siehe Bild) zu verteilen. Überall da, wo ihr einen seht, könnt ihr euch mit Freifunk-Hennef verbinden. Wie gewohnt ganz ohne Anmeldung, Landingpage und/oder Facebook-Zwang. Ganz Frei eben.

Ansonsten findet ihr unsere Zugänge natürlich auch auf unserer Karte.

Freifunk Hennef Aufkleber

Was ist dieses Freifunk?

Nachdem sich unser Community immer mehr Leute anschließen, haben wir beschlossen, dass wir noch mal die Grundidee hinter Freifunk bzw. den “Freifunk-Gedanken” etwas ausführlicher erklären. Weiter unten dann eine kleine Lernstunde zu unserer Technik.


Die Idee hinter Freifunk

Fangen wir damit an, was wir eigentlich genau machen. Denn da entstehen oft schon die ersten Missverständnisse.

Freifunk ist wesentlich mehr als einfach mal gratis W-LAN aufzubauen. Um genau zu sein, können wir das Wort “gratis” nicht ausstehen. Freifunk ist eine Initiative von Bürgerinnen und Bürgern, welche der Meinung sind, dass es möglich sein muss nicht nur ein Pfund Zucker oder die Bohrmaschine mit unseren Nachbarn zu teilen, sondern auch unser Internet. Durch die sog. “Störerhaftung”, welche ein weltweit recht einzigartiges Gesetz darstellt, durch welches nicht die Täter haften, sondern die Inhaber des Anschlusses, ist dies leider nicht so ohne Weiteres mögich. Durch die von deutschlandweit aktiven Freifunkern erstellten Softwares und Systeme wird dieses ermöglicht. Mit Freifunk könnt ihr also Teilen. Ganz nachbarschaftlich. Ohne Bedenken wegen der “Störerhaftung”. Es handelt sich also nicht um einen Service für Innenstädte und Zentren sondern kann und soll von privatpersonen eingesetzt werden.

Das ist dann auch einer der Gründe, warum wir das Wort “gratis” nicht so mögen. Es impliziert eine recht unaufwendige und günstige Zugabe zu einem Produkt oder Ähnlichem. Freifunk ist eine nachbarschaftliche Leistung, welche mehr gewürdigt werden und somit nicht mit dem Wort “gratis” abgetan werden sollte. Denn es steckt mitunter sehr viel Arbeit und Zeit hinter dem freien W-LAN.

Dazu kommt noch, dass Freifunk mehr als freies W-LAN ist. Sicher ist das eines der am meisten in der Öffentlichkeit beachten Punkte. Unsere Communitys in ganz Deutschland leisten jedoch noch wesentlich mehr als das. So werden z.B. Vorträge zu Datensicherheit, Linux, Programmierung und viele weitere Themen gehalten. Aufklärung, gerade bei der Jugend sind also ein großes Thema. Auch die Unterstützung von Menschen, welche noch nicht die Möglichkeit haben das Internet zu nutzen – z.B. Flüchtlinge in unserer Heimen – ist ein wichtiger Punkt.

Das gilt auch für politsche Themen. Wir mischen uns zwar grundsätzlich nicht in allgemeine tagespolitische Themen, werden uns jedoch auch wehren, wenn wir unserer Grundsätze gefährdet sehen. So versuchen wir die Öffentlichkeit über die Unsinnigkeit der “Störerhaftung” oder sehr aktuell über die Gefahren durch die massenhafte Speicherung von hoch privaten Daten durch die Vorratsdatenspeicherung zu sensibilisieren. In solchen fällen sind wir eindeutig und unmissverständlich dazu bereit uns in der Politik Gehör zu verschaffen, die Politker zum Umdenken zu bewegen und Protestaktionen zu unterstützen oder zu planen.

Freifunk ist übrigens dezentral organisiert. In vielen Städten gibt es Communiys. Teilweise mit oder ohne Verein als Träger, und von den verschiedensten Seiten gefördert. Nur eines ist Freifunk nie: Kommerziell. Mehr Community findet ihr hier.

Nun wisst ihr, was Freifunk ausmacht. Wir fördern das nachbarschaftliche Zusammenleben, versuchen Aufzuklären und werden mitunter politisch aktiv. Das ist auch der Grund warum wir nicht nur technisch versierte Menschen in unseren Communitys brauchen, sondern auch Menschen, die in ihrer Stadt und Nachbarschaft etwas bewegen möchten, die bei Ihren Nachbarn fragen, ob sie mitmachen, die Idee weitererzählen und die uns auch finanziell unterstützen.


Der technische Hintergrund

Die ganze Technik zu erklären würde relativ lange dauern. Wir gehen daher nicht als so sehr in die Tiefe. Alles wird auch hier auf unserer Seite erklärt.

Das von uns bereitgestellte W-LAN-Netz funktioniert mit und ohne Internet. Die Router verbinden sich – sofern in Reichweite – auch untereinander. So entsteht ein ganzes Netz (Mesh) aus Freifunk-Routern. Verbindet man nun die Freifunk-Router mit dem Internet, dann ist dieses auch auf allen Freifunk-Routern im Mesh verfügbar. Schaut euch dazu folgendes Video an:

Um dann die “Störerhaftung” legal zu umgehen mussten wir uns etwas mehr Gedanken machen. Unsere Router verbinden sich – sofern am Internet angeschlossen – über einen sog. “VPN-Tunnel” mit den Servern des Freifunk Rheinlan e.V. (quasi unser übergeordneter Verein). Erst dort wird der Datenverkehr der Freifunk-Router ins öffentliche Internet geleitet. Das bedeutet, dass man, wenn man über Freifunk surft, nicht die IP-Adresse des Anschlusses am Nutzungsort, sondern eine IP-Adresse des Freifunk Rheinland e.V. hat. Damit der Freifunk Rheinland e.V. dann aber nicht haften muss, hat er den rechtlichen Status eines Providers. Also ganz wie z.B. die Telekom oder 1&1. Zusätzlich verfolgt der Freifunk Rheinland e.V. keinerlei Datenverkehr nach. Eigenltich ganz einfach erklärt in folgendem Bild:

Freifunk_Netztechnik - Kopie

Das war es eigentlich auch schon. Natürlich gibt es zu Freifunk noch viel mehr zu sagen. Wenn ihr mehr erfahren möchtet, dann kommt gerne zu einem unseren Treffen oder sprecht uns online an. Wir freuen uns schon bald noch mehr Mitstreiter an unserer Seite zu wissen.

Mehr Informationen zu Freifunk erhaltet ihr auch auf den Seiten von freifunk.net.